Existenz zu beleidigen fuerchte, aus der Tuer geschoben, und so meine Zweifel verscheucht haette. Alle Strassen naemlich, durch die ich kam, waren gedraengt voll von Leuten; kein Fenster, aus dem nicht mehr Koepfe haetten herausschauen wollen, als Platz fanden; auf dem Kirchturm selbst konnt' ich deutlich Hauben und flatternde Schals unterscheiden, und jedes Gesicht, von der alten, halberblindeten Bettelfrau an, die sich muehsam mit der rechten Hand auf ihren Stab stuetzte und mit der linken die Brille aufsetzte, bis zu dem kleinen weiss gekleideten Maedchen mit seinen blonden Locken herunter, trug den Ausdruck der gespanntesten Erwartung. "Was gibt's denn," fragte ich den Postmeister, "ist's Jahrmarkt heut?"--"Den 16. hujus gewesen. "--"Feiert der Amtmann oder der Stadtpfarrer das Dienstjubilaeum?"--"Herr Pastor primarius Nothnagel hat's schon gefeiert und ist an den Folgen des Schmauses gestorben, und unser Herr Amtmann darf in den naechsten vierzig Jahren an die Ehre noch nicht denken, dazu ist er, mit Erlaubnis zu sagen, noch viel zu jung. "--"Gibt's denn Aufstand? Rebellieren die Buerger? Empoert sich, was Hosen traegt?"--"Bewahre uns Gott vor Rebellion! Dazu haben wir auch gar keine Zeit, man muss sich tummeln, ums liebe Brot zu verdienen und die hohen Steuern zu erschwingen. Nein, die Sache, es kurz zu