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Das Maerchen von dem Myrtenfraeulein
C. Brentano

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Das Maerchen von dem Myrtenfraeulein 

Clemens Brentano 

Im sandigen Lande, wo nicht viel Gruenes waechst, wohnten einige Meilen
von der prozellanenen Hauptstadt, wo der Prinz Wetschwuth residierte,
ein Toepfer und seine Frau mitten auf ihrem Tonfeld neben ihrem
Toepferofen, beide ohne Kinder, einsam und allein.  Das Land war
ringsum so flach wie ein See, kein Baum und Busch war zu sehen, und es
war gar betruebt und langweilig.  Taeglich beteten die guten Leute zum
Himmel, er moege ihnen doch ein Kind bescheren, damit sie eine
Unterhaltung haetten, aber der Himmel erhoerte ihre Wuensche nicht.  Der
Toepfer verzierte alle seine Gefaesse mit schoenen Engelskoepfen, und die
Toepferin traeumte alle Nacht von gruenen Wiesen und anmutigen Gebueschen
und Baeumen, bei welchen Kinder spielten; denn wonach das Herz sich
sehnt, das hat man immer vor Augen. 

Einstens hatte der Toepfer seiner Frau zwei schoene Werke auf ihrem
Geburtstag verfertigt, eine wunderschoene Wiege von dem weissesten Ton,

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